BI gegen die B 66n

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Argumente gegen die B66n

Die Planung der B66n stammt aus den 60er Jahren und beinhaltet eine vierspurige Stadtautobahn vom Ausgang des Ostwestfalendammtunnels/Eckendorfer Straße bis zum Anschluss an die A2.

Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme werden z. Z. auf mindestens 120 Mio. EUR geschätzt, davon wären ca. 40 Mio. EUR von Seiten der Stadt aufzubringen, in deren Baulast das Teilstück vom Ostwestfalendammtunnel bis zur Heeper Straße liegt. Dieser Abschnitt soll in Tunnellage oder Troglage ausgeführt werden. Der weitere Streckenabschnitt der B66n verläuft parallel zur Bahnlinie Bielefeld - Lemgo. Über die Art der Verkehrsführung in diesem Bereich - Querung von Straßen oder Lutter in aufgeständerter Form oder in Troglage - ist noch nicht abschließend befunden worden.

Warum wendet sich unsere Initiative gegen dieses Bauvorhaben?

Vor dem Hintergrund der miserablen finanziellen Lage der Stadt ist unverständlich, daß die Stadt einerseits immer mehr Leistungen reduziert.

So wird z. B. diskutiert, weitere Bäder und Jugendeinrichtungen zu schließen und soziale Standards abzubauen. Die Wohlfahrtsverbände planen aufgrund der geplanten Streichung von städtischen Zuschüssen die Kündigung von mehr als 1.000 Mitarbeitern zum 30. Juni 2002. Dazu verkommt das vorhandene Straßennetz, andere notwendige Maßnahmen wie z. B. die Sanierung der Stauteiche, des Obersees usw. können aus Geldmangel nicht in Angriff genommen werden.

Andererseits werden weiterhin Geld und Arbeitskräfte für die weitere Planung der B66n eingesetzt. Die für die Trasse "reservierten" städtischen Grundstücke können nicht für gewerbliche oder private Bauvorhaben vermarktet werden. Der Bund befindet sich ebenfalls in einer finanziell dramatischen Lage. Daher halten wir Argumente, nach denen ja schließlich der Bund den größten Teil bezahlt und die Stadt somit regelrecht ein "Schnäppchen" machen würde, für falsch und skandalös!

Auch dieses Geld muss von uns Steuerzahlern aufgebracht werden!

Aus unserer Sicht ist das Konzept nach der Realisierung der Heeper Ostumgehung und dem Ausbau der Eckendorfer Straße längst überholt. Hier sind leistungsfähige Straßen geschaffen worden, die den anfallenden Verkehr gut bewältigen. Eine weitere autobahnähnliche Trasse ist nicht erforderlich!

Die B66n würde einen kompletten Stadtteil durchschneiden. Dadurch käme es zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität der dort lebenden Menschen durch Lärm und Abgase von ca. 48.000 Fahrzeugen täglich! 40 Häuser müssten für die Trasse abgerissen werden! Der dafür notwendige Grunderwerb wird weiteres Geld verschlingen.

Der Bielefelder Osten würde an Attraktivität einbüßen, insbesondere würden Naherholungsbereiche, wie etwa das Gelände der Stauteiche erheblich belastet.

Das Stadtbild würde nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine aufgeständerte Trasse inklusive entsprechender Lärmschutzwände (vgl. Ostwestfalendamm z. B. in Höhe Parkhaus Jöllenbecker Straße) entlang der Bahn z. B. in Höhe der Rußheide wäre ein verheerender Eingriff in diesen über Jahrzehnte gewachsenen Stadtteil.

Die Befürworter der B66n argumentieren, daß diese Straße wesentlich zur Verkehrsentlastung insbesondere der Detmolder Straße beitragen würde. Dieses Argument ist falsch! Die Untersuchungen zum Gesamtverkehrsentwicklungsplan (GVEP) im Jahr 1992 haben ergeben, daß der Entlastungseffekt unter 20% liegen würde: Die Belastung der Detmolder Straße z. B. in Höhe Landgericht würde von 37.000 Autos pro Tag (Basisjahr 1994) nur auf 30.000 Autos pro Tag abnehmen (Prognosejahr 2005). Hinsichtlich der Lärmbelästigung gilt jedoch die Faustregel, daß erst durch eine Halbierung des Verkehrs auch der Verkehrslärm hörbar reduziert wird.

Es ist nicht einzusehen, daß diese eher geringe Entlastung mit der Durchschneidung eines ganzen Stadtteils bezahlt werden soll. Außerdem erzeugen neue Straßen neuen Verkehr, daß heißt auch mehr Schwerlastverkehr wird direkt durch mehrere Bielefelder Stadtgebiete gelenkt, statt um ihn herum.

Dem Argument, daß sich im Stadtteil Oldentrup in den Morgen- und Nachmittagsstunden regelmäßig ein Stau bildet, setzen wir entgegen, daß die Stadt zunächst einmal die vorhandene Straßenkapazität effektiv nutzen sollte. Durch undurchdachte Ampelanlagen wie an der Kreuzung Potsdamer Straße/Friedrich-Hagemann-Straße sind Staus erst entstanden. Bei Anwendung flexibler Gleitzeitmodelle in den örtlichen Großbetrieben könnten Staus u. U. sogar ganz vermieden werden.

Ein Ausbau der Bahnlinie Bielefeld - Lage könnte zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung führen und mehr Menschen vom Auto auf die Bahn bringen.

Die Auswirkungen für den Bielefelder Osten sind nicht zu verantworten:

Die Bürgerinitiative hält eine Weiterführung der Planungen für die B66n daher für unsinnig und überholt. Insbesondere die folgenden Gründe sprechen gegen eine Weiterführung des Projektes:

Wir fordern daher die sofortige Einstellung der Planung der B66n und eine Streichung aus dem Bundesverkehrswegeplan.


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© Bürgerinitiative gegen die B66n